So genanntes Seidengaze, welches hauptsächlich in Europa in Heimarbeit auf Webstühlen hergestellt wurde (Schweiz, Frankreich, Italien und Deutschland), spielte bei der Entstehungsgeschichte des uns heute bekannten Siebdrucks eine tragende Rolle. Dieses offenmaschig gewobene Gewebe, auch „Gaze“ genannt, kam schon vor rund 100 Jahren als Schablonenträger für den Siebdruck zum Einsatz.
Seidengaze
So genanntes Seidengaze, welches hauptsächlich in Europa in Heimarbeit auf Webstühlen hergestellt wurde (Schweiz, Frankreich, Italien und Deutschland), spielte bei der Entstehungsgeschichte des uns heute bekannten Siebdrucks eine tragende Rolle. Dieses offenmaschig gewobene Gewebe, auch „Gaze“ genannt, kam schon vor rund 100 Jahren als Schablonenträger für den Siebdruck zum Einsatz. Dabei eignete es sich nicht nur hervorragend als Schablonenträger, sondern es kam Ende des 19. Jahrhunderts auch in Vervielfältigungsgeräten im Büro – Bereich zum Einsatz. Seidengaze ermöglichte den Druckern, ihre Motive ohne störende Verbindungsstege auf die Objekte drucken zu können. Seidengaze wurde seit 1830 in der Schweiz im Kanton Appenzell in Heimarbeit hergestellt und aufgrund der guten Qualität und der speziellen Dreherbindung (bestimmte Art der Verknüpfung der Fäden) weltweit exportiert. Neben dem Bereich des Siebdrucks wurde es außerdem noch in Mühlen zum Sieben von Mehl eingesetzt. Dabei wurden Gaze – Beutel, damals auch Beuteltücher genannt, gefüllt und geschüttelt.